Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) ruft dazu auf, sich an digitalen Kundgebungen zum Tag der Arbeit zu beteiligen. „Am 1. Mai demonstrieren wir in diesem Jahr wegen Corona und erstmals in der Nachkriegsgeschichte nicht auf den Straßen und Plätzen, sondern digital im Netz.

Für mich als Gewerkschafter, der in den letzten Jahrzehnten als Teilnehmer oder Redner immer dabei war, ist das eigentlich unvorstellbar. Trotzdem stehen wir am Tag der Arbeit 2020 zusammen - digital, in den sozialen Netzwerken. Wir sind da und demonstrieren, denn Solidarität und Gerechtigkeit sind die Leitplanken für unsere politischen Entscheidungen und unser Handeln im Alltag", sagte dazu der Landesvorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft in Nordrhein-Westfalen, Dennis Radtke MdEP.

"In vielen Tarifbereichen gibt es Aufstockungsregelungen zum Kurzarbeitergeld. Das ist gut für die Beschäftigten. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass gerade im Niedriglohnbereich viele nicht vom Schutz von Tarifverträgen profitieren. Deshalb hatte ich mich in der politischen Debatte der letzten Wochen für ein Mindest-Kurzarbeitergeld eingesetzt, um auch in Corona-Zeiten ein Einkommen auf Mindestlohn-Niveau zu sichern, es hätte vielen Menschen helfen können", so Radtke, der auch stellvertretender Bundesvorsitzender ist.

"Aktuell sehen wir eben mit Sorge, dass besonders Geringverdiener unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie leiden. Wer ohnehin nur ein geringes Einkommen hat, der kann mit dem aktuellen Kurzarbeitergeld nicht auf 40 Prozent seines Lohnes verzichten. Wer im Einzelhandel, der Gastronomie oder der Logistik arbeitet, hatte schon vor Corona kaum genug zum Leben. Für uns ist deshalb klar: Harte Arbeit und niedrige Löhne müssen ein Ende haben. Gerechte Löhne gibt es nur durch von Sozialpartnern ausgehandelte Tarifverträge. Mindestlöhne sind immer lediglich eine absolute Lohnuntergrenze. Wir erleben allerdings zurzeit, dass die Tarifbindung in Deutschland immer weiter abnimmt. Es droht also eine wesentliche Säule der Sozialen Markwirtschaft wegzubrechen. Daher ist es zukünftig in immer mehr Branchen erforderlich, Tarifverträge für allgemeinverbindlich zu erklären. Unser CDA-Bundesvorsitzender ist als NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann diesen Weg vorangegangen und hat dies in konkrete Politik umgesetzt.", erläuterte Dennis Radtke einen wesentlichen inhaltlichen Schwerpunkt des Maiaufrufs 2020 der CDA.

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