Immer mehr Menschen die auf ein Spenderorgan angewiesen sind warten länger oder gar vergeblich. Grund dafür sind die seit Jahren drastisch sinkenden Organspenderzahlen in Deutschland.

Auch in Nordrhein-Westfalen nimmt die Spenderbereitschaft kontinuierlich ab. Das Bevölkerungsstärkste Bundesland liegt im Vergleich der sieben Organspenderregionen in Deutschland auf dem letzten Platz (8,2 Spender pro 1 Mio. Einwohner; Bundesweiter Durchschnitt: 9,7 Spender pro 1 Mio. Einwohner).

Der gesundheitspolitische Sprecher und Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der CDU-Fraktion im Landtag NRW, Peter Preuß MdL, forderte deshalb im Rahmen der Tagung aller gesundheitspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Landtagsfraktionen in München eine breite Diskussion über das Thema Organspende. Dabei müsse auch die Möglichkeit der Widerspruchslösung Teil der Debatte sein. Diese Regel besagt, dass Personen die einer Organspende nicht widersprechen, nach ihrem Ableben automatisch Organspender sind. Die Widerspruchslösung findet bereits in 18 europäischen Ländern Anwendung (Bulgarien, Frankreich, Irland, Italien, Lettland, Liechtenstein, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Polen, Portugal, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, der Türkei, Ungarn und Zypern).

Preuß machte deutlich, dass man sich dem Thema Organspende nicht verschließen darf: „Das Thema ist schwierig und emotional, doch Organspende rettet Leben. Jeder könnte einmal betroffen sein, dass er eine Organspende benötigt oder er vor der schweren Aufgabe steht, für einen Angehörigen entscheiden zu müssen. Wir dürfen diese schwierige Auseinandersetzung nicht weiter aufschieben.“

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