Besorgt um die Zukunft der jungen Generation zeigt sich der Landesvorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) Nordrhein-Westfalen, Dennis Radtke MdEP: „Die Folgen des pandemiebedingten Einbruchs trifft nun mit dem Akademisierungswahn der letzten Jahre zusammen".

"Wir müssen aufpassen, dass wir nicht bald zusätzlich zum Fachkräftemangel noch eine Generation Corona haben!"

Schon in den vergangenen Jahren wäre die Zahl junger Menschen, die eine Lehre anfingen, in der Tendenz immer weiter gesunken. Doch 2020 bräche die Zahlen ein. Die Gründe seien, so der CDU-Politiker Radtke, vielschichtig. Radtke weiter: "Wirtschaftliche Unsicherheit, ausgefallene Ausbildungsmessen und fehlende Praktika-Plätze waren regelrecht ein Bremsklotz für die duale Ausbildung."
CDU-Politiker Radtke begrüßt daher die bereits zugesagte Unterstützung der Bundesregierung: "Bis 2022 wird der Bund für die Sicherung von Ausbildungsplätzen mit 700 Millionen Euro investieren." Radtke weiter: "Darüber hinaus brauchen wir eine breit angelegte Ausbildungsinitiative, die den Mehrwert der dualen Ausbildung in Deutschland positiv in der Öffentlichkeit herausstellt. Denkbar sind hier auch digitale Formate."
So müsse auch einerm fortlaufenden Akademisierungswahn in Deutschland ganz klar entgegengewirkt werden, so der CDU-Europaabgeordnete weiter. Radtke fährt fort: "Die duale Ausbildung in Deutschland hat europaweit und international eine sehr hohe Anerkennung. Das ist mehr Wert als ein Bachelor in Singen und Klatschen". Eine Ausbildungsoffensive könne hier helfen das Image der dualen Ausbildung bei jungen Menschen und auch ihren Eltern wieder aufzupolieren und so von deren Zukunftsfähigkeit zu überzeugen. Radtke fährt fort: "Eine duale Ausbildung sein eben kein Berufsweg zweiter Klasse!" Radtke selber hätte seinen beruflichen Weg mit einer Ausbildung zum Industriekaufmann gestartet.

Die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge sei auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gefallen. Nur noch 465.200 Menschen hätten im Jahr 2020 eine Lehre begonnen. Dies ginge aus einer kürzlich vorgestellten Statistik des Statistischen Bundesamts hervorgeht. Im Vergleich zum Vorjahr sei dies ein Minus von 9,4 Prozent. Selbst in Zeiten der Finanzkrise hätte es keinen so starken Einbruch gegeben, so der 41-jährige CDU-Politiker Radtke. Die abgeschlossenen Ausbildungsverträge in Industrie und Handel wären um 11,9 Prozent zurückgegangen. Das Minus im Handwerk läge immer noch bei minus 6,6 Prozent. Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) seinen vom Rückgang besonders Friseure, Fotografen, Maßschneider oder Kosmetiker, also Bereiche, die besonders unter Corona leiden, betroffen. Das Bauhauptgewerbe, das bislang vergleichsweise gut durch die Krise käme, hätte hingegen sogar Zuwächse verzeichnet.

Radtke weiter: "Leider sind in der derzeitigen Krise aber auch die Betriebe beim Anbieten neuer Ausbildungsplätze sehr zurückhaltend.“ Einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge könne in diesem Jahr jeder zehnte ausbildungsberechtigte Betrieb weniger Lehrstellen anbieten als im Vorjahr. Dazu erklärt Radtke: „Betriebe, die heute nicht für den eigenen Bedarf ausbilden, dürfen sich Morgen nicht über fehlende Facharbeiter beschweren". Radtke appelliert so auch an die Eigenverantwortlichkeit der Unternehmen. Die Ausbildungsbetriebe würden daher auch vom Bund gerade in der Corona-Krise unterstützt.

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